Unheilvolle Spielwiese am Engelsgarten: Das Schauspiel Wuppertal präsentiert „Die Zofen“

von Julia Wessel

Nur ein Laut. Eine Bewegung. In Sekundenschnelle erkennt Solange, in welche Rolle Claire diesmal geschlüpft ist und greift das Spiel auf. Mal Hund und Herrchen, mal Kammerzofe und gnädige Frau, unterwürfig und herrisch, doch nie gleichgestellt. Bis die Untergebene zunächst ihre Stimme und schließlich ihre Hand gegen die Befehlende erhebt – und das Spiel von vorn beginnt.

„Am interessantesten ist die Innenseite der Außenseiter.“

(Jean Genet)

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Veranstaltungstipp: Klassik trifft Uni

Foto: Dirk Sengotta


Die Uptown Classics gehen in die erste Runde

von Julia Wessel

Am Samstag wird es musikalisch in der Uni auf der Wuppertaler Höhe: Haydn, Mozart, Elgar und Rosetti sind zu Gast in Gebäude K. In der aktuellen Spielzeit finden die Kammerorchester-Konzerte des Wuppertaler Sinfonieorchesters unter der Leitung von Julia Jones an unerwarteten Schauplätzen statt, unter anderem in der Immanuelskirche, dem WSW Busbetriebshof Varresbeck – und an der Bergischen Uni. Die Hauptrolle bei dieser ersten Episode der Uptown Classics spielt das Horn, dem Andreas Becker und Fiona Williams vor einer kleinen Orchesterbesetzung große Solo-Momente einräumen. Dasselbe Programm wird am Sonntag um 16 Uhr noch einmal in der Friedhofskirche gespielt. Tickets sind über die KulturKarte erhältlich.


Uptown Classics / 1

Samstag, 18.11.2017, 19:30 Uhr (bis etwa 20:30 Uhr)
Bergische Universität Wuppertal, Gebäude K, Hörsaal 33
Programm:

Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie in G-Dur, ›Alte Lambacher‹ KV 221/45a

Joseph Haydn
Konzert für 2 Hörner und Orchester Es-Dur

Edward Elgar
Elegie für Streicher op. 58

Antonio Rosetti
Sinfonie in D-Dur ›La Chasse‹ A20

Gerhard Falkner – Romeo oder Julia

Gerhard Falkner beschreibt in seinem Roman Romeo oder Julia die zu Beginn unerklärlichen Ereignisse, die sich in kurzen Abständen im Leben des Schriftstellers Kurt Prinzhorn ereignen. Was zunächst als eine seltsame Anekdote, die sowohl zum Grübeln als auch zum Schmunzeln anregt, beginnt, verwandelt sich immer mehr in eine unheimliche Verfolgung, deren Ursprung weit zurück liegt. Der Roman, der im Berlin Verlag erschien, schaffte es in diesem Jahr auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis.

von Wiebke Martens

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George Watsky – Wie man es vermasselt

Der als Spoken-Word-Poet und Musiker bekannte Künstler George Watsky hat ein weiteres, wortgewaltiges Werk vollbracht: In dem 333 Seiten starken Erzählband Wie man es vermasselt geht er unter die Autoren und teilt 13 kurze Anekdoten aus seinem Leben mit dem Leser. Er nimmt ihn dabei mit zu den Höhepunkten und Abgründen seiner Biographie.

von Lara Ehlis

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Buchtipps zum Faktenwissen: sechs Sachbuchempfehlungen

Für alle, die gerne Fakten kennen – die Sachbuchempfehlungen der Redaktion:

Larissa empfiehlt:
Lesley M. M. Blume – Und alle benehmen sich daneben. Wie Hemingway seine Legende erschuf

In ihrer umfangreichen und detaillierten Biografie zeichnet die amerikanische Journalistin Lesley M. M. Blume die Entstehungsgeschichte von Ernest Hemingways erstem großen Roman Fiesta nach. Sie folgt den Spuren von seinen schriftstellerischen Anfängen im Paris der goldenen 20er Jahre bis hin zur Entstehung der Kultfigur Hemingway. Abseits von klischeehaften Rollentypen, die oftmals mit dem Schriftsteller assoziiert werden (u.a. der Stierkämpfer, der Trinker, das literarische Genie) stellt Blume den Autor vor allem als ambitionierten Selbstvermarkter dar, der sich und sein Werk geschickt zu inszenieren weiß. Die Journalistin entwirft ein schillerndes Bild einer von künstlerischem Idealismus, Höhenflügen und der Angst vorm Scheitern geprägten Welt und präsentiert die literarische Ikone Hemingway in einem neuen Licht.

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VORSCHAU: Alles Spiel? Jean Genets „Die Zofen“ im Theater am Engelsgarten

von Julia Wessel

„Das Schicksal des Menschen ist der Mensch“, so Bertold Brecht. Erst durch Beziehungen, durch menschliche Interaktion wird seine Existenz bezeugt – und damit begründet. Ganz bewusst entscheidet er dabei, wer er sein will: Im Annehmen einer Persönlichkeit und im Ausloten ihrer Möglichkeiten erschafft sich der Mensch im Spiel selbst. „VORSCHAU: Alles Spiel? Jean Genets „Die Zofen“ im Theater am Engelsgarten“ weiterlesen

Veranstaltungstipp: Rauchige „Märchenstunde“ in der Universitätsbibliothek

von Janina Zogass

Morgen, am Donnerstag, den 9. November, liest Mechthild Großmann in der Universitätsbibliothek der Bergischen Universität Wuppertal aus „Eine starke Blondine“ von Dorothy Parker. Großmann ist eine Film- und Theaterschauspielerin, die vielen als kettenrauchende Staatsanwältin Wilhelmine Klemm aus dem Münsteraner Tatort bekannt sein dürfte.

Der Eintritt ist frei. Der Zugang ist nur möglich, solange freie Sitzplätze vorhanden sind. Einlass ist ab 19 Uhr, die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr. Die Bibliothek der Bergischen Universität Wuppertal befindet sich auf dem Campus Griffelberg im Gebäude BZ, Gaußstraße 20, 42119 Wuppertal.

Europa neu gedacht

Robert Menasses Roman Die Hauptstadt wurde mit dem Deutschen Buchpreis 2017 ausgezeichnet. Die Medien loben sein neustes Werk als wegweisend, es ist sogar die Rede von der Neuschöpfung des Genres „Europa-Roman“. Außer Frage steht, dass Menasses neuester Roman durchaus wichtige Themen anspricht und radikale Vorschläge zur Weiterentwicklung Europas macht. Die Tatsache, dass dies auf erzählerisch geschickte Weise passiert, trägt wesentlich zum Lesegenuss von Die Hauptstadt bei.
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