Gerhard Falkner – Romeo oder Julia

Gerhard Falkner beschreibt in seinem Roman Romeo oder Julia die zu Beginn unerklärlichen Ereignisse, die sich in kurzen Abständen im Leben des Schriftstellers Kurt Prinzhorn ereignen. Was zunächst als eine seltsame Anekdote, die sowohl zum Grübeln als auch zum Schmunzeln anregt, beginnt, verwandelt sich immer mehr in eine unheimliche Verfolgung, deren Ursprung weit zurück liegt. Der Roman, der im Berlin Verlag erschien, schaffte es in diesem Jahr auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis.

von Wiebke Martens

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George Watsky – Wie man es vermasselt

Der als Spoken-Word-Poet und Musiker bekannte Künstler George Watsky hat ein weiteres, wortgewaltiges Werk vollbracht: In dem 333 Seiten starken Erzählband Wie man es vermasselt geht er unter die Autoren und teilt 13 kurze Anekdoten aus seinem Leben mit dem Leser. Er nimmt ihn dabei mit zu den Höhepunkten und Abgründen seiner Biographie.

von Lara Ehlis

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Europa neu gedacht

Robert Menasses Roman Die Hauptstadt wurde mit dem Deutschen Buchpreis 2017 ausgezeichnet. Die Medien loben sein neustes Werk als wegweisend, es ist sogar die Rede von der Neuschöpfung des Genres „Europa-Roman“. Außer Frage steht, dass Menasses neuester Roman durchaus wichtige Themen anspricht und radikale Vorschläge zur Weiterentwicklung Europas macht. Die Tatsache, dass dies auf erzählerisch geschickte Weise passiert, trägt wesentlich zum Lesegenuss von Die Hauptstadt bei.
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H. P. Lovecraft: Berge des Wahnsinns – Eine Schauergeschichte zu Halloween

von Marcel Böhne

Der Wissenschaftler Wiliam Dyer bricht sein Schweigen. Ein Schweigen, das sich Dyer nach einer Expedition in die Antarktis im Jahre 1930 auferlegte. Dyer und ein Forschungsteam der Miskatonic-Universität wollen mit einem neuartigen Bohrgerät Gesteins- und Bodenproben in der Antarktis untersuchen. Die Expedition entpuppt sich als bahnbrechende Erkenntnis, denn die Forscher entdecken eine Höhle mit Fossilien einer noch unbekannten Lebensart. Ihre Physiognomie deutet darauf hin, dass diese Lebensart hochentwickelt, mithin intelligent gewesen sein muss. „H. P. Lovecraft: Berge des Wahnsinns – Eine Schauergeschichte zu Halloween“ weiterlesen

Chris Priestley – Onkel Montagues Schauergeschichten

von Kerstin Kiaups

Karl hat es nicht einfach. Seine Eltern wissen nicht so recht, was sie mit ihm anfangen sollen und fühlen sich am wohlsten, wenn ihr Sohn nicht in der Nähe ist. So haben sie auch nichts dagegen einzuwenden, wenn Karl Zeit bei seinem Onkel Montague verbringt. Dieser lebt mit seinem Diener Franz jenseits eines düsteren Waldes in einem herrschaftlichen Anwesen und obwohl die Verwandtschaftsverhältnisse zu Karl nicht ganz so klar sind, wie es die Bezeichnung ‚Onkel‘ vermuten lassen könnte, ist der Junge ein gern gesehener Gast. Denn Montague hat einen schier unerschöpflichen Vorrat an Geschichten und Karl ist ein dankbarer Zuhörer – auch wenn ihn des Öfteren das kalte Grausen packt, denn alle Geschichten des Onkels sind Schauergeschichten und alle handeln sie von Kindern, wie Karl. „Chris Priestley – Onkel Montagues Schauergeschichten“ weiterlesen

Marc-Uwe Kling – QualityLand. Eine Hörbuch-Empfehlung.

von Lara Ehlis

Marc-Uwe Kling nimmt seine Zuhörer mit nach „QualityLand“, wo Menschen in Nützliche und Nutzlose anhand ihres Levels eingeteilt werden. Männliche Kinder erhalten als Nachnamen den Beruf ihres Vaters am Tag der Zeugung, Mädchen den Beruf ihrer Mutter. In QualityLand werden Adjektive immer im Superlativ genutzt, denn QualityLand ist das beste aller Länder. Gegenstände werden sofort – und teilweise ungefragt – per Drohne ausgeliefert und per Kuss auf ein sogenanntes QualityPad bezahlt. In diesem Land, in dem Menschen und deren Meinungen durch Algorithmen gesteuert werden, lebt Peter Arbeitsloser. Er betreibt eine Maschinenverschrottungsanlage, denn in QualityLand ist das Reparieren defekter Gegenstände strengstens verboten. „Marc-Uwe Kling – QualityLand. Eine Hörbuch-Empfehlung.“ weiterlesen

Sasha Marianna Salzmann – Außer Sich

Von Kerstin Kiaups

 

Alis Zwillingsbruder Anton ist verschwunden und das einzige Lebenszeichen ist eine leere Postkarte aus Istanbul. Daraufhin begibt sich Ali auf die Suche nach ihrem Bruder und taucht ein in die orientalische Metropole und ihre schillernde Halbwelt. In Salzmanns Debütroman Außer Sich, der im September diesen Jahres bei Suhrkamp erschienen ist und es zurecht auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft hat, geht es um Familie, Identität und immer wieder um die Frage, wie die Vergangenheit das eigene Schicksal formt und ob es nicht doch noch einen letzten Rest Selbstbestimmung geben kann. „Sasha Marianna Salzmann – Außer Sich“ weiterlesen

Von Orten, Toten und Katzen

Katharina Hackers neuer Roman „Skip“ nimmt seine Leser mit auf eine Reise ins Tel Aviv der Neunzigerjahre. Dort begleitet man den sich ständig auf Identitätssuche befindenden Architekten Skip. So weit, so normal – wäre da nicht eine spezielle Aufgabe, der der Protagonist von Zeit zu Zeit nachgehen muss.

Von Lara Ehlis

Sehr unspektakulär stellt sich der vermeintlich normale Protagonist in Katharina Hackers neustem Roman „Skip“ vor: Skip Jonathan Landau ist sein Name und seine Geschichte – nun, die wird im Roman in aller Ausführlichkeit erzählt. Skip erklärt zu Beginn, woher er stammt und was er ist. Es wird jedoch sehr schnell deutlich, dass er vor allem nicht ist. Kein wirklicher Architekt, denn er renoviert Häuser nur, statt sie zu bauen. Kein wirklicher Vater, denn seine Söhne sind anscheinend von einem anderen Mann gezeugt worden. Und kein Jude im orthodoxen Sinne, denn seine Mutter war keine Jüdin. „Von Orten, Toten und Katzen“ weiterlesen

„Ich sehe rosa Elefanten!“ – Martin Suters neuer Roman über Genmanipulation

Martin Suters aktueller Roman „Elefant“ ist ein temporeiches, aber dennoch einfühlsames Werk, das sich zwischen Genmanipulation und Mythik, zwischen moralischem Handeln und Profitgier bewegt.

Von Nadine Wichmann

Das Genmanipulierte Haustierchen

Als der Zürcher Obdachlose Schoch eines Morgens in seiner Höhle am Fluss erwacht, sieht er einen Elefanten. „Ein Kinderspielzeug. Ein Elefäntchen, rosarot, wie ein Marzipanschweinchen, aber intensiver. Und es leuchtete wie ein rosarotes Glühwürmchen.“ „„Ich sehe rosa Elefanten!“ – Martin Suters neuer Roman über Genmanipulation“ weiterlesen